... ist es soweit. Ich bin hier. In den USA. In Amerika. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wo alles größer, schneller und fetter ist.
Der Weg hierher war allerdings nicht der enfachste, und damit meine ich jetzt nicht die letzten 14 Monate. Mit jeder Menge Gepäck, vielen Kisten, übermüdet und gestresst habe ich letzten Donnerstag Greifswald verlassen, das Auto bis in die letzte Lücke vollgestopft. In Neubrandenburg wurde dann alles verstaut, und Freitag morgen nochmal einiges um- und neu gepackt. Die Zugfahrt nach Hamburg war problemlos, bis auf das Umsteigen in Bützow. Da wusste ich, wie schwer zwei mal 23kg Gepäck + Laptop + 10kg Handgepäck sein können. Und wieviel das ist; soviel, dass ich glatt meinem Laptop bei Mutti vergessen hatte, als ich durch den Sicherheitscheck ging. Glücklicherweise konnten sie noch auf sich aufmerksam machen, so dass ich zurück durch die Sicherheitsschleuse bin, den Laptop geholt und mich erneut durchsuchen lassen habe.
In Paris angekommen, bin ich ca. 2km zum nächsten Terminal gegangen, musste dann die üblichen Fragen über mich ergehen lassen und wartete dann auf das Flugzeug. (Übrigens: In Paris hat man die Gangway noch nicht erfunden: wir mussten immer mit den Bus zum/vom Flugzeug fahren, in denen es nicht nur heiß war, sondern die ca. 15 Minuten zum/vom Terminal brauchten.)Von vornherein gab es schon 30 Minuten Verspätung, die sich dann um eine Stunde im Flugzeug verlängerten. Der Flug selbst war aber problemlos, und in Atlanta habe ich dann auch schon einige Deutsche getroffen.
Von unserem Zielflughafen wurden wir dann (im Regen!!!) abgeholt und zur Uni gebracht. Wir wurden auf unsere Zimmer aufgeteilt und konnten erstmal schlafen. Ich teile mir ein Zimmer mit einem Senegalesen. Überhaupt sind hier sehr viele Afrikaner (aus dem Kongo, Uganda, Ruanda, Namibia etc.) neben Asiaten (Indonesien, Philippinen, Laos etc.) und anderen Europäern. Die Deutschen aber sind (wie fast überall) in der Mehrheit. Damit sind selbst die Offziellen der Universität manchmal überfordert.
In Mississippi ist es sehr feucht-warm. Zudem sprechen die Leute hier ein manchmal unmögliches Englisch, das keiner von uns versteht. Ein sehr merkwürdiger Akzent.
Am Sonntag gab es dann erstmal Frühstück und eine Runde zum Kennen lernen. Wir sind über den Campus gegangen, haben uns eingerichtet, einige Visa-Formalitäten erledigt und an einem der vielen offiziellen Dinner teilgenommen, die für uns hier veranstaltet werden. Abends habe ich dann mit ein paar Leuten auf dem Drill-Field der Uni Frisby gespielt, bis es dunkel wurde.
Gestern begann dann unser erster Unterrichtstag. Wir haben immer von 8 Uhr bis 12 Uhr Unterricht in Kommunikation, Schreiben und Sprechen in Englisch. Wenn ihr euch jetzt fragt, wozu ich das brauche - nun, das frage ich mich auch. Der Anspruch ist sehr gering, aber wir bekommen Noten (die nicht zählen). Wir müssen jeden Tag ein bis zwei Stunden Hausaufgaben machen, die ich mir aber mit ein paar anderen Deutschen hier teile, um noch etwas Freizeit zu haben. So konnten wir gestern hier ins Schwimmbad der Uni gehen und ein paar Bahnen schwimmen. Man kann dort auch Klettern, Badminton, Basketball, Volleyball und Squash-Spielen, Fitnessgeräte etc. benutzen. Und das alles kostenlos. Heute abend gehen wir Squash spielen, um nicht nur das fette Essen zu verdauen (hier gibt es das fettigste Essen der USA), sondern auch um uns auszupowern.
Nachher treffen wir die Austauschstudenten dieser Uni, um (mal wieder) social networking zu betreiben, und danach ist dann hoffentlich feierabend. Dann gilt es nur noch, die Hausaufgaben zu erledigen, bevor der Feierabend kommt.

