Ich hatte also ein fast freies Wochenende. Das fing schon Freitagabend mit einem wunderbaren ungarischen Abendessen an. Vorher durfte ich jedoch noch dem Vortrag eines deutschen Professors lauschen, der über die Rolle der EU bei den Beitrittsverhandlungen Chinas zur WTO sprach. Sehr interessant. Außerdem weiß ich jetzt, wie sich mein Englisch anhören muss. Ei äm fromm Tschürmäni.
Zurück zum Abendessen. Sehr gutes Essen, den Namen weiß ich allerdings nicht mehr. Am Ende waren wir zu siebent und haben uns unter anderem über die unbegrenzten Möglichkeiten des Internets amüsiert: Gummipuppenwettschwimmen in Russland, wobei einer der Teilnehmer wegen sexuellen Missbrauchs der Puppe disqualifiziert wurde, oder Beerdigungsstripper in China, die für die Trauernden strippen. Danach – so gegen Mitternacht – sind wir dann noch in eine Bar, haben ein paar Leute von uns getroffen, die dort Geburtstag gefeiert haben, und blieben, bis wir um zwei Uhr rausgeworfen wurden. Um zwei steht man hier praktisch auf der Straße. Dann macht alles zu. Der Abend ist sozusagen vorbei, noch bevor er angefangen hat. Das Geburtstagskind kam dann auf die geniale Idee, eine Studentenverbindungsparty zu besuchen. Großartig. (Anmerkung: Die Namen amerikanischer Studentenverbindung bestehen immer aus drei griechischen Buchstaben. Ihr gehören meist Udergraduates – also 17/18 bis 22 Jahre alte Studenten – an und sie sind besonders für ihre Sauforgien und alle anderen Beschäftigungen, bei denen man nicht viel Hirn braucht, bekannt.) Großartig. Aber es war ja sein Geburtstag. Dort angekommen, wurden wir sofort in den Partyraum geführt. Außer einem stark säuerlichen Geruch, feucht-klebrigem Fußboden, leeren Bierfässern und roten Plastikbechern gab es keine Anzeichen von Party. Mein Urteil: Muss man nicht haben. Um 3.30 Uhr morgens lag ich dann im Bett.
Ab elf Uhr vormittags war ich damit beschäftigt, mich – jedenfalls was mein Studium betrifft – nicht zu beschäftigen. So blieb Zeit für Telefonate, E-Mails, Essen, Musik, kurz: Leben. Vier Stunden oder so habe ich trotzdem studiert. Um 22 Uhr ging es dann zur nächsten Geburtstagsparty in eine Bar / Lounge. Sehr lustiger und entspannter Abend, mit vielen Freunden. Keine besonderen Vorkommnisse. Außer: Um zwei Uhr standen wir wieder auf der Straße.
Heute, nachdem ich wieder erfolgreich meinen Beitrag zu unserer Online-Diskussion über die aufgegebene Literatur formuliert und ins Internet gestellt hatte, sind wir zu einem nahe gelegenen See gefahren. Ich wollte eigentlich baden. Aber das Schild „Schwimmen verboten“ war so aufdringlich, dass ich mich nicht getraut habe. Es war nämlich kein Rettungsschwimmer da (die Saison ist vorbei), so dass ich auch keinen verklagen hätte können, falls ich mir beim Gang ins Wasser den Zeh verstaucht oder ein Erkältung geholt hätte. So sind wir dann um den See gewandert /spaziert / gegangen. Wahnsinnig klares Wasser, und 55 m tief. Auch der Spielplatz musste sein. Irgendwo müssen wir uns ja mal austoben. Und kein Restaurant, kein Fast Food, keine Bequemlichkeiten weit und breit. Ich war beeindruckt.
Morgen geht der Spaß dann wieder los. 8 Uhr. Mikroökonomie. Und danach ein Match im Raquet Ball. (Ich muss noch rausfinden, was das genau ist.)


1 Kommentar:
Irgendwie bin ich immer “the creep” die kleine Bemerkungen auf dein Blog macht… diesmal schreibe ich aber auf zweifellos falsches Deutsch, weil du dich letztes Mal wegen mein Englisch beschwert hast. Ausserdem können alle verstehen wenn ich sage: das Abendessen war ”paprikás csirke” (also Hänchen in Paprika Sosse) mit Galuschka. Eigentlich wollte ich nur das sagen... und, dass du nächtes Mal beim Abwaschen mitmachen musst! :}
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