Dienstag, Mai 08, 2007

Unmöglich

Ich sitze gerade auf unserer Veranda, genieße die Abendsonne, und lasse mein letztes Paper Korrektur lesen. Das heißt somit, dass das Semester nun tatsächlich nur noch eine Überarbeitung weg ist. Dass wir zur Zeit Hochsommer haben, macht dieses Erleichterungserlebnis noch tausendmal schöner. Zudem habe ich das frieren satt, und schwitze lieber über dem Aufsatz. Und, nur weil es heute draußen ca. 27°C warm ist, heißt das ja nicht, das es Nachts nicht noch frieren kann. Auf jeden Fall habe ich noch nie innerhalb von so kurzer Zeit so viele Bäume ausschlagen sehen, wenn ich hier mal einem kernigen deutschen Volksliedtext folgen darf. Innerhalb von einer Woche trug fast jeder Baum grün, oder blühte wenigstens. Und es riecht ach Frühling überall. Endlich. Außerdem zieht das Wetter jeden nach draußen, so dass jeder noch so kleine Rasenfleck groß genug für eine Decke, auf jeden Fall aber groß genug für einen Studentenhintern ist. Und die Auszugssaison beginnt. Eltern kommen mit großen Autos oder Umzugswagen. Studenten schieben Koffer, Plastiksäcke und Kartons auf fahrbaren Untersätzen umher. Überall werden Möbel verscherbelt. Und ein paar schlafen noch ihren Rausch aus. Für Rausch war bei uns bisher keine Zeit. Und so schnel werden wir auch keine dafür haben. Für unsere Großsimulation nächste Woche habe ich die interessante Aufgabe, als Journalist die Weltgeschehnisse zu beeinflussen und zu manipulieren. Dass muss ich allerdings erstmal vorbereiten. Außerdem, weil wir die ganze nächste Woche - also von Montag bis Donnerstag - damit beschäftigt sind, und am Freitag ja bekanntlich mein Flug geht, muss ich bereits dieses Wochenende mein Zimmer ausräumen, meine Sachen packen, und eine letzte Party schmeißen. Was sein muss, muss sein.
Nun möchte ich noch an den kleinen Unnötigkeiten und Unmöglichkeiten teilhaben lassen. Zum Beispiel das der Stalker - oder mein Lieblingssquirrel - angefangen hat, Schweinefleisch zu essen. Wir haben ihn dabei beobachtet (und fotographisch festgehalten), wie es ein Rippchen in seinen Pfoten hielt, und den Konch fein säuberlich abknabberte. Vermutlich kam dieses Stück Fleisch aus unserem Müll. Und ich vermute deshalb, weil unser kleiner Freund sich wohl schon seit Ewigkeiten von unseren Überresten ernährt, dass er mutiert. Ich habe schon zu meiner Mitbewohnerin gesagt: Wenn der erstmal vom Pflanzen- zum Fleischfresser wird, dann ist der Sprung zum Menschenfresser nicht mehr weit. Wir haben jetzt übrigens einen Stein auf dem Deckel der Mülltonne. Zudem schnappte ich heute folgendes auf: "Ich habe ein Problem damit, dass ich keine Brusthaare habe." "Warum?" "Weil ich sie mir nämlich nicht abrasieren, und dann anderen davon erzählen kann." Kein Kommentar. Außerdem fragte mein Professor in einer seiner letzten Unterrichtsstunden, wer denn schonmal Karl Marx' "Das Kapital" gelesen hätte. Auf meine Meldung hin sagte er dann mit einem Hauch Sarkasmus: "Nun, Mänüäl, das überrascht mich nicht." Und das, obwohl ich in seinem Makroökonomiekurs mich weder antikapitalistisch (vielleicht ein wenig) noch pro-sozialistisch geschweige denn pro-kommunisitsch geäußert hatte. Vielleicht sollte ich aufhören zu betonen, dass ich aus Ostdeutschland komme ...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Lieber Manuel,
viele Kommentare wird es nun bis Wiedersehen nicht mehr geben.habe deine erlebnisse mit Aufmerksamkeit verfolgt und stelle fest, dass wir Deutschen auch viele Gute Seiten haben.Ganz liebe Grüße von deinem Papa aus Germany

Freue mich sehr auf Dich!
PS.Daumendruck für Dein Abschlußevent!