Sonntag, August 13, 2006

Die Feuerprobe

Nach einer anstrengenden zweiten Woche mit höchst sinnvollen Workshops, z.B. wie suche ich nach einem Buch (was nur noch durch den Workshop letzte Woche – wie benutze ich Google – getoppt wurde), haben wir am Samstag, den 05.08.2006, einen Tagesausflug nach Canton und Jackson gemacht – letztere ist die Hauptstadt von Mississippi. Das erste, was wir nach unserer Ankunft gemacht haben … ja, essen. Und was hatte ich? Ja, einen guten alten Burger. Yummie. Canton ist der Drehort für mehrere Filme, der berühmteste davon ist „Die Jury“. Der Film spielt in dieser Stadt, und, nachdem wir den Film auf der Hinfahrt gesehen hatten, konnte man tatsächlich alles wieder erkennen. Wir sind dann noch in ein kleines Filmmuseum gegangen, dass aus einigen Artefakten und einigen Innenräumen des Films bestand. Danach ging es weiter nach Jackson, wo wir das wichtigste überhaupt gesehen haben: das örtliche Einkaufszentrum, dass genauso spektakulär wie meine Mahlzeit in Canton war. Nach also jeweils zwei Stunden in beiden Städten und ca. 7 Stunden Busfahrt waren wir 21 Uhr wieder zu hause. (Ich muss dazu sagen: Der Spaß hielt sich bei mir schon deshalb in Grenzen, weil wir die Nacht davor in einem Club waren…)
Die Woche darauf bestand wieder aus mehreren Empfängen, Hausaufgaben, die ich immer weniger gemacht hatte, und Vorbereitungen auf unsere Abschlusspräsentation. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass Eka aus Indonesien, Valerie und ich (beide aus Deutschland) eine kleine Combo gründen konnten, wobei Eka sang, Valerie das Saxophone und ich am Klavier spielte. Damit sind wir dann auch Freitag aufgetreten, und dem Publikum hat es gefallen. Was aber noch viel schöner war, waren die Übungszeiten. Das gab uns allen Zeit, uns von unserem straffen Zeitplan zu erholen und den mangelnden Schlaf zu vergessen.
A pro pos mangelnder Schlaf: In der Nacht von Montag auf Dienstag bin ich dann von einem merkwürdigen Piepen aufgewacht, nachdem ich krampfhaft versuch hatte, es einfach zu überschlafen. Auf dem Flur hört ich dann das Wort Feueralarm, das aber mit solcher Entspannung gesagt wurde, dass ich erstmal fünf Minuten lang überlegte, ob ich tatsächlich aufstehen muss. Da ich aber auch noch zur Toilette musste, ging ich auf den Flur – wo keiner war, den ich über dieses nervtötende Geräusch fragen konnte – zur Toilette. Da dann aber doch alles merkwürdig leer war für solch lautes Piepen, entschied ich mich, meine Sachen zu holen und runter zu gehen. (Warum ich mir so viel Zeit ließ: es roch doch gar nicht nach Rauch.) Unten angekommen, saß dann das ganze Wohnheim draußen, in allen Schlafanzugvariationen. Bald darauf erschien dann schon mit TatüTata und SchrummSchrumm die Feuerwehr mit der Polizei im Gepäck. Die voll ausgerüsteten Männer liefen dann ins Gebäude und weckten die letzten Leute auf; kein schönes Gefühl, von jemanden aufgeweckt zu werden, der einen wachrüttelt und man als erstes nur den Umriss von Sauerstoffmaske, Helm und Feuerschutzsachen sieht. Es stellte sich dann heraus, dass es nur ein Fehlalarm gab, mit folgenden Auslösertheorien: ein Insekt wäre gegen den Alarmknopf geflogen, ein Fehler im System oder Mutwilligkeit. Es hatte uns auf jeden Fall eine weitere Stunde Schlaf gekostet.
P.S.: Der Typ dessen Stimme ich vor der Tür "Feueralarm" sprechen hörte, ist nach diesem Wort zurück ins Bett gegangen. Typisch Onur.

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