Sonntag, August 13, 2006

Still gestanden

Mississippi ist Geschichte. Aber bevor ein neues Kapitel beginnt, will ich euch noch von meinen letzten Tagen im heißen Süden erzählen. Anmerkung: Ich weiß, dass diese langen Texte nicht gerade dazu animieren, sie zu lesen. Aber ich tue alles dafür, dass sie kürzer werden. Bisher fehlte mir die Zeit dafür, und es gibt einfach zu viel, das hier passiert.
Dienstagnachmittag haben wir den nahen Air Force-Stützpunkt in Columbus, MS besichtigt. Dort werden ein Drittel der Piloten – oder „Krieger“, wie sie sich selbst bezeichnen – der amerikanischen Luftwaffe ausgebildet und ein paar Ausländer. Wir durften uns dann auch in Flugzeuge setzen und Fotos machen. In der Offiziers-Lounge wurde uns ein kleiner Empfang bereitet. Das hat Spaß gemacht. Und auch die Soldaten und das Bodenpersonal waren sehr offen und freundlichen. Das war wirklich ein gelungener Nachmittag.
Mittwoch früh sind wir mit dem Präsidenten der Universität, einem ehemaligen Vier-Sterne-General, gelaufen. Dafür durfte sogar die erste Stunde ausfallen, allerdings nur für die acht Läufer. Für seine 62 Jahre und einer Blase am Fuß war er verdammt gut in Form. Wir haben danach noch gemeinsam das Football-Training angesehen, und er hat uns versucht, einiges zu erklären. Eins habe ich auch ohne Erklärung verstanden: Einigen Spieler möchte ich lieber nicht im Dunkeln begegnen. Das sind richtige Tiere, jedenfalls wenn sie kämpfen oder auf einen zukommen. Ich wurde dann noch für ein Tennisspieler gehalten, bevor uns der Präsident zu sich nach hause einlud, um mit ihm zu frühstücken. Wir haben uns bei einem typisch amerikanischen Frühstück über Politik und seine Weltreiseerfahrungen unterhalten – sehr interessant. Mit vier Sternen kommt man eben überall mal hin. Danach ging es dann zurück zum Unterricht.
Am letzten Tag – wir hatten zum Glück keinen Unterricht – durften wir unser Land, unser Talent oder irgendwas anderes, das irgendwie unsere Herkunft repräsentiert, vorstellen. (In unser Combo-Programm hatten wir nur amerikanisches Repertoire aufgenommen.) Die Präsentation war sehr unterhaltsam, vor allem weil viel gesungen und getanzt wurde, außer dass sich wieder alle 35 Fulbright vorstellen mussten und zusätzlich sagen sollten, was ihnen an Mississippi am meisten gefallen hat. Das hat dann doch etwas lange gedauert. Aber interessant war es dennoch von den anderen zu hören. Abends waren wir noch in einer Sandwich-Bar etwas essen, und die Sandwiches waren wirklich gut. Danach, nachdem alle Sachen gepackt waren, sind wir in unseren Lieblingsclub (es gibt glaube ich nur zwei) gefahren, und hatten viel Spaß, auch während der Country-Musik-Phasen. Weil hier um ein Uhr die Clubs schließen, waren wir relativ früh wieder zurück, haben dann aber noch alle einen low-fat Kuchen gegessen, wobei das wenige Fett durch Zucker ersetzt wurde. Danach haben wir uns unterhalten und versucht die Zeit totzuschlagen, denn um 4.30 Uhr ging es für mich auch schon los nach Syracuse. In Atlanta musste ich einmal quer durch alle Terminals und im Schweinsgalopp zum Anschluss-Gate, weil der erste Flug 40 Minuten Verspätung hatte. Das war also Mississippi.

1 Kommentar:

mariposa hat gesagt…

Breakfast @ president of university...Herzlichen Glückwunsch und was wird Dir in Syracuse bevor stehen, als german worldjunkie zu Gast beim Bürgermeister? *gg* Ich lese immer wieder gerne Deine Texte, die Länge ist dabei irrelevant, aber Du hast Recht: je kürzer der Bericht, desto mehr Zeit muss man in Anspruch nehmen.

Ich wünsche Dir einen guten Start in Syracuse und Deiner Girls-WG! =)